{"id":227,"date":"2020-04-15T03:16:00","date_gmt":"2020-04-15T01:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mamiglueck.de\/?p=227"},"modified":"2020-04-13T23:32:13","modified_gmt":"2020-04-13T21:32:13","slug":"beckenendlage-oder-hilfe-mein-kind-liegt-falsch-herum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mamiglueck.de\/?p=227","title":{"rendered":"Beckenendlage\u2026 oder Hilfe, mein Kind liegt falsch herum!"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Beginn an, lag mein Sohn mit dem K\u00f6pfchen nach unten.\nKlar, so war es ja auch richtig. Nicht im Traum h\u00e4tte ich daran gedacht, dass\nuns die Lage noch solches Kopfzerbrechen bereiten w\u00fcrde! Doch in der 26. Woche\nbeschloss er, dass er nun lange genug in der Position verharrt war und es nun\nan der Zeit w\u00e4re, sich das Ganze mal, gem\u00fctlich in der Geb\u00e4rmutter sitzend, anzuschauen.\nTja, und offenbar gab es f\u00fcr ihn keinen Grund sich das noch einmal anders zu\n\u00fcberlegen\u2026<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bis zur 33. SSW war ich entspannt. \u201eDas ist normal\u2026 Der kann\nsich noch drehen\u2026 Viele Kinder drehen sich noch sp\u00e4t\u2026.\u201c \u2026all das beruhigte\nmich. Mein Kind drehte sich jedoch nicht! So wies mich mein Frauenarzt in der 34.\nSSW darauf hin, dass es nun ernst w\u00e4re. Entweder drehe sich der Kerl JETZT \u2026\noder eben gar nicht. Also mussten wir uns mit den vorhandenen M\u00f6glichkeiten\nschnellstm\u00f6glich auseinandersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00e4u\u00dfere Wendung kam f\u00fcr mich pers\u00f6nlich nicht in Frage.\nVielleicht trug mein Frauenarzt dazu bei, vielleicht war es aber auch einfach\nmein Bauchgef\u00fchl, was mir sagte, dass das Kind einen Grund haben m\u00fcsse, sich\nnicht zu drehen. Mit Gewalt daf\u00fcr zu sorgen, und dabei die Risiken eines\nPlazentaabrisses in Kauf zu nehmen, das kam f\u00fcr mich nicht in Frage. Blieben\nalso nur alternative Methoden.<\/p>\n\n\n\n<p>Also begann meine Hebamme mit dem Moxen. Dabei wird eine\nbrennende Zigarre nahe an den kleinen Zeh gehalten. Dadurch soll ein Reflexpunkt\nangeregt werden und das Kind sich drehen. Naja, zumindest in der Theorie.\nObwohl ich im Internet vielfach M\u00fctter fand, die von Erfolgen berichteten,\nblieb unserer aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Osteopathin versuchte ihr Gl\u00fcck. Mit sanften\nH\u00e4nden, l\u00f6ste sie Blockaden im Schambein und an anderen Stellen. Die Behandlung\ntat mir unheimlich gut, vor allem R\u00fccken- und Beckenschmerzen wurden deutlich\nbesser! Sowohl mein Ischiasnerv als auch meine Symphyse dankten mir die\nBehandlung \u2013 nur mein Kind war v\u00f6llig unbeeindruckt. Die Osteopathin riet mir,\nes auch mit indischer Br\u00fccke und Purzelbaum\u00f6l zu versuchen. Nun, versucht habe\nich alles, geholfen hat uns pers\u00f6nlich leider am Ende nichts. Der Kleine sa\u00df\ntiefenentspannt wie ein kleiner Buddha und schmuste munter mit dem Kopf gegen\nmeine Hand, wenn ich sie auf meinen Bauch legte\u2026 ein Gef\u00fchl, was ich nie mehr\nvergessen werde!<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Schritt war also, uns mit den\nGeburtsm\u00f6glichkeiten zu befassen. Ich muss sagen, ich h\u00e4tte vorher nie gedacht,\ndass ich \u00fcberhaupt eine M\u00f6glichkeit h\u00e4tte, auf normalem Wege zu entbinden. F\u00fcr\nmich war klar, dass das im Kaiserschnitt enden w\u00fcrde. Deshalb war ich v\u00f6llig\n\u00fcberrascht, dass mein Frauenarzt mir, ebenso wie der behandelnde Arzt der\nKlinik, zu einer nat\u00fcrlichen Geburt rieten \u2013 sollte ich sie mir zutrauen! <\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend f\u00fcr eine nat\u00fcrliche Geburt sei demnach, dass\ndie Mama \u00fcberzeugt w\u00e4re, es schaffen zu k\u00f6nnen. Ich horchte in mich und war es.\nWarum kann ich bis heute nicht sagen, aber f\u00fcr mich war klar, dass wir das\nschaffen w\u00fcrden. Der Papa hingegen war anfangs sehr besorgt und h\u00e4tte wohl den\nKaiserschnitt aus dem Bauch heraus vorgezogen. Seine Angst, das Kind k\u00f6nnte\nunter der Geburt stecken bleiben, nahm uns der Arzt in der Klinik jedoch\nschnell. Man w\u00fcrde hier kein Risiko eingehen. Lief die Geburt einmal komplikationslos,\nw\u00e4re das Risiko gering. Sollte es nicht sein, w\u00fcrde sich das schnell zeigen und\nein Kaiserschnitt eingeleitet. Wir waren also bereit und hoch motiviert! <\/p>\n\n\n\n<p>Nun ja\u2026 einzig das Gewicht machte uns Sorgen. Da der Kleine\nkurz vor dem errechneten Termin bereits stark auf die 4kg-Marke zusteuerte,\nmusste zum Entbindungstermin eingeleitet werden, um mir eine Chance auf eine\nnat\u00fcrliche Geburt einzur\u00e4umen. Normalerweise ist dies \u00fcber 4kg eigentlich nicht\n\u00fcblich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am errechneten Termin wurde ich also abends eingewiesen und\ndie Einleitung begann mittels Ballon. Die Nacht \u00fcber schlief ich nicht, denn\ndie Wehen waren zwar ertr\u00e4glich, aber im 6min-Takt doch sehr regelm\u00e4\u00dfig. Am\nn\u00e4chsten Tag ging es medikament\u00f6s mit Cytotec weiter. Obwohl ich nur mit einer \u00bc\nTablette gegen 9 startete, waren die Wehen gegen Mittag schon so stark, dass\nich den R\u00fcckweg von der Kantine mit meinem Mann und einem Eis, das er mir\nspendiert hatte, nur noch m\u00fchsam bew\u00e4ltigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wehen wurden zunehmend st\u00e4rker und ich freute mich wie\nein Schneek\u00f6nig, als ich gegen 3 Uhr in die Badewanne durfte. Eine Erfahrung,\ndie ich uneingeschr\u00e4nkt weiter empfehlen kann. Es folgte ein Einlauf, um das\nganze zu beschleunigen. Sicher nicht die angenehmste Sache, aber es tat seine\nWirkung. Gegen 17 Uhr platzte w\u00e4hrend einer starken Wehe die Fruchtblase. Von\nda an war es wirklich schmerzhaft, aber jede Mami wei\u00df, dass eine Geburt oft\neher kein Spaziergang ist. Und obwohl ich immer gel\u00e4stert habe, \u00fcber Frauen, die\nw\u00e4hrend der Geburt laut schreien, kann ich heute sagen \u2013 ich war wohl die\nLauteste an dem Tag. Ich hatte massive R\u00fcckenwehen und ca. 3h das Gef\u00fchl\npressen zu m\u00fcssen. Die gesetzte PDA war in meinen Augen wirkungslos und die\nZeit bis zur Geburt um halb 9 abends, war die l\u00e4ngste Zeit meines Lebens. <\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in der letzten Phase, scheuchten mich \u00c4rzte und\nHebammen immer wieder in den Vierf\u00fc\u00dflerstand und zur\u00fcck. Dieser ist eigentlich\ndie Geburtsposition der Wahl, mir half sie nicht. Ich war v\u00f6llig ersch\u00f6pft und\nkann nicht z\u00e4hlen, wie oft ich alle um mich herum um einen Kaiserschnitt\nanbettelte. Gott sei Dank erh\u00f6rte mich keiner. Bei der Geburt aus der\nBeckenendlage heraus, dauert die erste Phase der Geburt sehr viel l\u00e4nger, da\nder Po ja erst ins Becken rutschen muss. Daf\u00fcr geht das eigentliche Geb\u00e4ren\ndann sehr schnell. Nach dem obligatorischen Dammschnitt (der bei dieser Lage\nleider sein muss) hatte ich 2 kr\u00e4ftige Presswehen und schon kam der kleine Mann\nheraus geschossen. Mit Schwung wie der Arzt hinterher sagte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gef\u00fchl, als der Kleine auf meiner Brust lag, vermag ich\nnicht zu beschreiben. Nachvollziehen kann man es wohl nur als Mami und ein\nsch\u00f6nerer Moment ist f\u00fcr mich nicht vorstellbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend bleibt zu sagen, dass der \u201ekleine\u201c Mann bei der\nGeburt 4135g wog\u2026 doch deutlich \u00fcber 4kg. Trotz der Geburt war sein Po\nun\u00fcblicherweise kaum blau. Und auch durch seinen Apgar-Wert von 10\/10 wird\ndeutlich, dass er die Geburt hervorragend weggesteckt hat. Unter der Geburt\nviel der Herzschlag nicht ein Mal ab und das erste, was der Kleine im Sinn\nhatte, war Hunger\u2026 wo ist meine Milchbar??<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte damit sagen, dass ich nur jeder Mama Mut machen\nkann, die nat\u00fcrliche Geburt aus Beckenendlage in Betracht zu ziehen. Ich bin im\nNachhinein meinen \u00c4rzten unglaublich dankbar, f\u00fcr den Mut, den sie mir gemacht\nhaben und ihre Unterst\u00fctzung w\u00e4hrend der Geburt. Und vielleicht bin ich auch\nein kleines bisschen stolz. Auf den Zwerg, der toll mitgeholfen hat und die\nschwere Geburt mit stoischer Ruhe gemeistert hat, auf meinen Mann, der den\nganzen Tag an meiner Seite war, meine Schreie ausgehalten und meine Hand\ngehalten hat und auf mich, dass ich es gewagt habe, auf mein Bauchgef\u00fchl zu\nvertrauen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Beginn an, lag mein Sohn mit dem K\u00f6pfchen nach unten. Klar, so war es ja auch richtig. Nicht im Traum h\u00e4tte ich daran gedacht, dass uns die Lage noch solches Kopfzerbrechen bereiten w\u00fcrde! Doch in der 26. 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