Als mein Sohn geboren wurde, wollte er schon wenige Minuten nach der Geburt an die Brust um zu trinken. Natürlich war er noch sehr unbeholfen und trank nur sehr wenig, aber der angeborene Saugreflex setzte sofort ein. Leider hat nicht jede Mami das Glück stillen zu können. Manchmal, sind die Kleinen zu schwach zum trinken, manchmal ist es aufgrund der Form der Brust oder aus medizinischen Gründen nicht möglich. Kann man stillen, ist es die bequemste und für das Baby natürlichste Ernährung.
Die Milch schießt 2-3 Tage nach der Geburt in die Brust ein. Die Anfangszeit des Stillens ist für viele Mamas eine nicht ganz einfache. Oft müssen sich die Brustwarzen erst an die Beanspruchung gewöhnen und werden wund. Mir haben in dieser Zeit Brustwarzensalbe mit Lanolin, Kompressen und Kühl- und Wärmepads gut geholfen. Die beste Medizin ist jedoch, den Brustwarzen viel Luft zu gönnen. Auch wenn es erst mal gewöhnungsbedürftig ist, zu Hause oder nachts oben ohne zu sein, heilen die Brustwarzen so am schnellsten.
Um den Milchfluss anzuregen, ist es wichtig, das Baby so oft es geht anzulegen. Auch wenn das Stillen anfangs nicht so gut klappt, ist das der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, das Baby immer abwechselnd an einer Brust zu stillen. So kann sich die 2. Brust zwischendurch erholen. Auch nachts sollte das Baby mindestens alle 3 Stunden trinken. Häufig werden die Babys dabei von allein wach, wenn sie Hunger haben. Sollte das Baby an Gelbsucht leiden, kann es auch häufiger angelegt werden, da viel Flüssigkeit ein gutes Mittel dagegen ist. In den ersten Tagen bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus, darf das Baby nicht mehr als 10 % des Geburtsgewichts abnehmen. Sonst kann ein Zufüttern notwendig sein.
Während das Stillen anfangs noch ca. 20 min pro Stillmahlzeit dauert, verringert sich die Zeit mit dem Alter des Kindes. Mit einem halben Jahr sind die Stillmahlzeiten bei uns nur noch halb so lang gewesen. Wie lange man stillen möchte, ist übrigens jeder Mami selbst überlassen! Die WHO empfiehlt 6 Monate, aber auch mit Zähnchen kann man durchaus weiter stillen, wenn man das möchte.
Für uns war das Stillen eine wunderbare Erfahrung. Es schafft eine unglaubliche Nähe und Bindung. Außerdem ist es die bequemste Sache der Welt. Die Milch hat immer die altersgemäß richtige Zusammensetzung, die richtige Menge und die perfekte Trinktemperatur. Sie ist immer frei verfügbar und kostenlos. Und offenbar sehen das nicht nur wir Menschenmamis so. Auch für die Tiere ist das Stillen die natürlichste Sache der Welt, wie die Affenmami auf unserem Foto beweist.